RADAR.Institut? Was ist das?

Stadtplan Kiel

Traue deinen Augen nicht!

Eine Stadt besteht aus Straßen, Gebäuden und Parks. Doch hinter dem Stadtplan steckt ein Gewirr von Geschichten, Geheimnissen und Gerüchten. Von merkwürdigen Menschen und rätselhaften Ereignissen. Von Tragödien und Komödien. Normalerweise sind sie unsichtbar. Auf welchem RADAR hinterlassen sie dennoch ihre Spuren? Und wie kann man sie entdecken?

Das RADAR.INSTITUT ist ein theatraler Ortungsapparat. Es sammelt verdeckte und offensichtliche Themen. Mit künstlerischen Mitteln scannt es den städtischen Raum und seine Geschichten. Es nimmt die Signale der Stadt auf. Es erkennt, filtert, interpretiert und stellt dar.

Das “RADAR.INSTITUT für performative Recherche” hatte von Oktober 2012 – Juni 2014 seinen Sitz in Kiel. Es bestand aus der freien Theater- und Performancegruppe lunatiks produktion und den Mitarbeitern des Theater Kiel. In acht Projekten schwärmten die Teams des RADAR.INSTITUTS in die Stadt aus und befragten die Einwohner von Kiel nach ihren Geschichten, Utopien und Lebensentwürfen. Mit Beteiligung der Bevölkerung wurden in zwei Jahren Workshops, Inszenierungen und Performances entwickelt.

Ziel des RADAR.INSTITUTS war es, zu erforschen, wie Theater mit den Mitteln der Recherche möglich ist. Recherche kann die dokumentarische Sammlung von Interviews, Materialien und Dokumenten bedeuten. Sie kann aber auch performativ sein, indem sie Aktionen im öffentlichen Raum durchführt. Die Recherche ist damit eine Form stadtspezifischer Intervention.


 

Das RADAR.INSTITUT für performative Recherche war ein Projekt von lunatiks produktion und Theater Kiel

 

Kuratorische Leitung
Janette Mickan


Produktionleitung
Björn Pätz (björn & björn)

 

Ermöglicht wurde die Arbeit durch die Kulturstiftung des Bundes, die im Rahmen des Programms DOPPELPASS Kooperationen zwischen freien Theatergruppen und Stadttheatern über einen Zeitraum von zwei Jahren fördert.

 


 

DAS TEAM

 

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Christian Banzhaf hat Schauspiel am Max-Reinhardt-Seminar in Wien studiert sowie Literaturwissenschaft und Medizin in Berlin. Er ist Träger der Josef-Kainz-Medaille als bester Nachwuchsschauspieler 1996. Er war Ensemblemitglied am Theater Augsburg und am Landestheater Salzburg. In den vergangenen Jahren spielte er am Deutschen Theater Berlin, am Nationaltheater Mannheim, am Theaterhaus Jena, am Volkstheater Wien und am Schauspielhaus Wien. Mit dem Projekt “Wie quälst Du mein Herz?” gewann er beim operare-Wettbewerb für Zeitgenössische Oper in Berlin.


 

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Kerstin Daiber studierte Dramaturgie an der Bayerischen Theaterakademie August Everding und an der Universiteit Utrecht in den Niederlanden. Seit ihrem Abschluss 2008 arbeitete sie als Tanz- und Schauspieldramaturgin am Stadttheater Gießen, am Theater Konstanz und seit 2011 am Theater Kiel. 2013 war die Stipendiatin beim Internationalen Forum im Rahmen des Theatertreffens.


 

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Annika Hartmann hat Germanistik, Anglistik und Medienwissenschaften an der Leibniz-Universität Hannover studiert. Seit 2004 arbeitet sie am Theater, zunächst als Regieassistentin am Schauspiel Hannover und am Staatstheater Stuttgart und seit 2007 als Schauspieldramaturgin am Theater Kiel. Daneben hat sie einen Lehrauftrag an der Christian-Albrechts-Universität  Kiel.


 

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Elisa Hofmann arbeitet als Schauspielerin, Performerin und Choreographin. Sie war als Rechercheleitung an der Inszenierung “Felix Krull und seine Erben” (R: Tobias Rausch, Theater Kiel 2012) und als Recherchemitglied und Performerin bei Magic Fonds (R: Tobias Rausch, Deutsches Theater Berlin 2011) beteiligt. Seit 2012 studiert sie Physical Theatre an der Folkwang-Hochschule in Essen.


 

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Marcel Luxinger hat nach dem Studium der Rechtswissenschaften ab 1997 eigene Projekte in Zürich und Hamburg realisiert. Er lebt und arbeitet seit 2001 in Berlin als Autor, Dramaturg und Regisseur (u.a. Hebbel-am-Ufer Berlin, Staatsschauspiel Dresden, Staatstheater Stuttgart, Schauspielhaus Hamburg). Ab 2005 war der Dramaturg und Mitglied des Leitungsteams am schauspielfrankfurt. Zu seinen Werken gehören Drehbücher, Theaterstücke, u.a. “Sieben Schritte zur Selbstauflösung” (uraufgeführt am Staatsschauspiel Dresden), “Fahrstuhl zum Bankrott” (Schauspielhaus Bochum), “Tell the Truth” (Theater Basel) und Romanbearbeitungen, zuletzt Kafkas “Das Schloss” und Thomas Manns “Zauberberg. Positionen am Abgrund (beide schauspielfrankfurt). Literaturstipendiat im Herrenhaus Edenkoben (Januar – Juli 2010, Juror Arno Stadler), Träger des ersten Librettostipendiums der Jürgen-Ponto-Stiftung (2011). Er wird vertreten von schaefersphilippen Theater und Medien GbR, Köln.


 

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Janette Mickan studierte Theater- und Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Von 2009 bis 2012 arbeitete sie als Dramaturgieassistentin am Centraltheater Leipzig. Zuvor war sie als freie Dramaturgin tätig, u.a. am Deutschen Nationaltheater Weimar (2009) und für die Themenreihe “Visionauten” am Maxim Gorki Theater Berlin (2008/09). seit 2003 betreute sie als Dramaturgin und künstlerische Leiterin mehrere Theater- und Performanceprojekte u.a. am hebbel am Ufer (Berlin), im Volkspalast Berlin, auf Schloss Bröllin, in den Sophiensaelen und am Schauspielhaus Bochum. Beim Theatertreffen 2012 war sie Stipendiatin des Internationalen Forums.


 

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Michael Müller ist Teil der künstlerischen Leitung des Theaterdiscounters in Berlin. Er ist freier Dramaturg, Produktionsleiter, Projektarbeiter. Gemeinsam mit Heike Pelchen organisiert und kuratiert er das Monologfestival der Freien Theaterszene, zuletzt unter dem Titel Jenseits von Gut und Böse >>> Was tun? >>>. Eigene performative Stückentwicklungen mit Pelchen u.a. Jede & Solche – eine Betriebsstörung und Besitz bedeutet Besessene – eine Bankrotterklärung. Er führte Interviewrecherchen für Tobias Rauschs Oder Bruch am Deutschen Theater und Verschwörer am Theater Bielefeld.


 

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Kristin Päckert studierte Theater- und Medienwissenschaften, Germanistik, Soziologie und Pädagogik an der Universität Bayreuth und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen – Nürnberg. Während des Studiums arbeitete sie von 2006 – 2009 als Regieassistentin in Bayreuth, Fürth und Nürnberg und von 2010 – 2012 als freie Dramaturgin im Bereich Musiktheater in Bayreuth, Frankfurt am Main und Mannheim. In den Spielzeiten 2013/14 und 2014/15 war sie Schauspieldramaturgin am Theater Kiel. Seit der Spielzeit 2015/16 ist sie Dramaturgin am Theater Heilbronn.


 

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Björn Pätz absolvierte das Studium der Theaterwissenschaft und Neueren deutschen Literatur an der Freien Universität Berlin. Von 2004-2011 koordinierte und leitete er die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für aufBruch Gefängnistheater. Seit 2006 folgen freie Projekte als Produktionsleiter an zahlreichen Spielstätten im deutschsprachigen Raum (u.a. am HAU Hebbel am Ufer, Sophiensaele, Gessnerallee, Kampnagel, FFT Düsseldorf, Hellerau, Mousonturm), im Gefängnis und an diversen für Theater ungewöhnlichen Orten. 2010 gemeinsame Gründung mit Björn Frers von björn & björn, einer Agentur für Presse, Produktion und Dramaturgie.


 

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Jens Paulsen hat Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaften, Geschichte und Kulturmanagement in Kiel und Hamburg studiert. Nach verschiedenen beruflichen Stationen, u.a. am  Buddenbrookhaus Lübeck und am Literaturhaus Schleswig-Holstein, ist er seit 2003 Schauspieldramaturg am Theater Kiel und ist zusätzlich auch für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit der Schauspielsparte mitverantwortlich. Daneben hat er Lehraufträge an der Förde-VHS  und an der Christian-Albrechts-Universität  Kiel.


 

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Tobias Rausch arbeitet als Regisseur und Autor. Er inszenierte an zahlreichen Stadttheatern und freien Spielstätten im deutschsprachigen Raum. Für seine Arbeit erhielt er u.a. den Otto-Kasten-Preis der deutschen Intendanten 2012. Er hatte Lehraufträge an der Hochschule der Künste Zürich (ZHdK) und an der Universität Bremen. Von 2009 – 2011 war er Jurymitglied im Fonds Heimspiel der Kulturstiftung des Bundes.


 

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Christine Rollar absovierte ihr Schauspielstudium an der Universität der Künste. Sie arbeitet als Schauspielerin und Performerin am schauspiel frankfurt, Stadttheater Hildesheim, Stadttheater Bern,Theater Baden-Baden, Nationaltheater Mannheim, Theater an der Parkaue, Staatstheater Oldenburg, Maxim-Gorki-Theater Berlin, am Jungen DT , Schauspielhaus Bochum, FFT Düsseldorf, Gessnerallee Zürich, Sophiensaele Berlin und Hebbel am Ufer. Gemeinsame Arbeiten mit Peter Stein, Amelie Niermeyer, Kühnel/Schuster, Katja Fillmann, Uli Jäckle, Lavinia Frey, Tobias Rausch, Barbara Weber, Peter Kastenmüller, Kerstin Lenhardt und Monika Dobrowlanska. Im Film arbeitete sie mit Züli Aladag, Sonja Heiss, Katharina Schöde und Felix Fuchssteiner. Mitglied der WIR-AG und Max-Reinhardt-Preis 1998 für “Käthe, Du sollst blau tragen” (R: Barbara Bilabel).